MBA Studium Versicherungsmanagement (Insurance)

Versicherungen versprechen uns Schutz gegen die Unabwägbarkeiten des Alltags. Sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen besteht eine hohe Nachfrage nach Versicherungsdienstleistungen – die Branche kann dementsprechend ein konstantes Wachstum verzeichnen und hat gerade auf der Management-Ebene Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs, der Fachwissen und Führungsqualitäten mitbringt. Hier finden Sie alle Infos zu einem MBA im Versicherungswesen – von den Studieninhalten bis zu den Kosten und Business Schools.

Ein Auffahrunfall, eine gerichtliche Klage, ein Hausbrand, eine mögliche Berufsunfähigkeit – all das (und viel mehr) sind Dinge, die wir nicht planen oder vorhersehen können und gegen die wir uns dementsprechend absichern möchten. Auch im Wirtschaftsleben kommt Versicherungen eine wichtige Funktion zu, denn die mit einer Versicherung einhergehende Absicherung trägt dazu bei, dass Unternehmen bereit sind, Risiken einzugehen und zu investieren.

Versicherungsmanager sind in diesem Kontext dafür zuständig, passende Angebote und Strategien für die zukunftsfähige Ausrichtung des Geschäftsmodells zu erarbeiten. Darüber hinaus fallen aber auch administrative und personelle Aufgaben in ihren Verantwortungsbereich. Eine gute Vorbereitung auf eine Karriere als Versicherungsmanager bieten deswegen spezialisierte MBA-Studiengänge, die Fachwissen mit generellem Management-Know-how verbinden.

Wussten Sie, dass...

... die Uni Erlangen-Nürnberg 2008 den ersten deutschen Lehrstuhl für Versicherungsmarketing, gestiftet von vier in Nordbayern beheimateten Versicherungen, einführte?

... man sich von der Entführung durch Aliens über die ungeplante Zwillingsschwangerschaft bis hin zum „Nein“ am Hochzeitstag gegen fast alles versichern kann?

... Mariah Careys Beine angeblich mit einer Milliarde Dollar versichert sind? Julia Roberts Lächeln ist hingegen "nur" geschätzte 30 Millionen Dollar wert.

MBA Versicherung: Infos, Erfahrungsberichte, Studiengänge

Was Sie über das Studium wissen sollten

Ein MBA-Studium des Versicherungsmanagements, oft „Insurance Management“ genannt, lässt sich von der akademischen Qualifikation her mit einem Master vergleichen, hat allerdings einen viel höheren Praxisanteil und bereitet seine Absolventen so bestmöglich auf eine leitende Position in der Versicherungsbranche vor.

Neben dem „normalen“ MBA-Studium des Versicherungsmanagements bzw. des Insurance Managements beinhaltet das Studienangebot in diesem Bereich außerdem auch einige EMBA-Studiengänge. Der sogenannte „Executive Master of Business Administration“ richtet sich dabei an Bewerber, die noch mehr Berufserfahrung mitbringen (in der Regel acht bis zehn Jahre) und meist schon in der Führungsetage von Unternehmen arbeiten.

Inhaltlich setzen sich die Studiengänge aus zwei übergeordneten Bereichen zusammen: Neben den klassischen betriebswirtschaftlichen und managementspezifischen Elementen, wie zum Beispiel Controlling, Rechnungswesen, Marketing und Strategisches Management, beinhaltet das Studium außerdem auch thematisch spezialisierte Module aus dem Versicherungsmanagement. Dazu zählen zum Beispiel Marktforschung, Insurance Management, Gesetzliche Grundlagen, Versicherungstechnisches Risikomanagement, Financial Risk Management oder Risiko- und Wertmanagement.

Neben der Vermittlung der relevanten Fach- und Methodenkompetenz wird der Stundenplan durch wichtige Soft Skills aus dem Kommunikationsbereich abgerundet, die in der Versicherungsbranche eine große Rolle spielen. Diese sind zum Beispiel Verhandlungstechniken, Gesprächsführung und Präsentationstechniken.

Studienformen und -verlauf

Die überwiegende Mehrheit der Versicherungs-(E)MBA-Studiengänge sind berufsbegleitend organisiert und lassen den Teilnehmern entsprechend genug Raum, um parallel weiter ihrem Job nachzugehen.

Allerdings bedeutet berufsbegleitend nicht gleich berufsbegleitend, denn je nach Hochschule und Studiengang kann es in Studienablauf und -dauer große Unterschiede geben. Das machen auch die folgenden Beispiele deutlich.

  • Die Universität Leipzig bietet in Kooperation mit dem Institut für Versicherungswissenschaften e.V. den berufsbegleitenden MBA-Studiengang „Insurance“ an, welcher auf eine Dauer von 24 Monaten ausgelegt ist. Über diesen Zeitraum hinweg wechseln sich sechs Präsenzphasen an der Hochschule mit längeren Phasen des Selbststudiums ab.
  • Die MBA-FSI veranstaltet den EMBA-Studiengang „Financial Services and Insurance“ in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen in sechs jeweils zweiwöchigen Block-Modulen, die immer an einem anderen Studienort (z.B. Schweiz, Deutschland, Kanada und China) stattfinden. In der unterrichtsfreien Zeit eignen sich die Studierenden die Unterrichtsmaterialien im zeitlich und räumlich flexiblen Selbststudium an. Die Gesamtstudienzeit beträgt in dieser Variante 18 Monate.
  • Der Präsenzunterricht an der FH Kufstein findet in Form von Wochenend-Unterricht statt; die Restwoche dient dem Beruf und dem Selbststudium. Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester.

Voraussetzungen

In der Regel zählen zu den Voraussetzungen ein erster akademischer Abschluss wie der Bachelor oder das Diplom sowie ein festgelegter Zeitraum an beruflicher Erfahrung von mindestens zwei bis drei Jahren.

Wer sich hingegen für einen EMBA-Studiengang im Versicherungswesen interessiert, der muss deutlich mehr berufliche Erfahrung mitbringen. Da sich diese Studienform an Interessenten richtet, die schon länger im Management tätig sind, werden hier meist zwischen acht und zehn Jahren spezifische Berufserfahrung nachgefragt.

Allerdings gibt es einige Institute und Hochschulen, die auch Interessenten ohne Hochschulabschluss das Insurance MBA-Studium ermöglichen. Dazu zählen zum Beispiel die Hamburg School of Business Administration oder die FH Kufstein in Tirol, die alternativ auch Bewerber mit einer entsprechenden beruflichen Qualifikation zulassen.

Kosten

Der MBA Versicherung/Insurance ist generell kostenintensiv. Wie hoch die Kosten letztendlich sind, hängt nicht nur von den Studiengebühren ab, sondern auch von Zusatz-Features wie Auslandsaufenthalt, zusätzlichen Kosten z.B. für Prüfungsgebühren, oder ob Sie zu den Studienphasen immer im Hotel übernachten müssen, weil der Studienort zu weit von zu Hause entfernt ist.

Beispiele für die Studiengebühren

Immerhin kann man die Kosten von der Steuer absetzen.

Alternativen

Sie möchten Ihren Fokus gar nicht unbedingt nur strikt auf das Versicherungswesen legen? Oder es gibt angrenzende Bereiche, die Sie interessant finden? Als Alternativen zum MBA Insurance können wir vorschlagen:

Erfahrungsberichte

Was sagen diejenigen, die es am besten wissen? Wir haben via Xing Absolventen eines Versicherungsmanagement MBA zu ihren Erfahrungen befragt. Da nicht jeder Befragte namentlich erkennbar sein wollte, veröffentlichen wir nur die Vornamen. Alle Erfahrungsberichte sind aber zu 100% echt und unabhängig.

  • Alexander, MBA Insurance an der Uni Leipzig

    Darum habe ich mich für ein MBA Studium entschieden:

    "Ich hatte längere Zeit nach einem MBA Studiengang gesucht. Im Jahr 2005 habe ich ein Wirtschaftsinformatik Studium mit einem Diplom abgeschlossen. Dieses wollte ich mit einem MBA „aufwerten“. Da ich mitten in meiner beruflichen Entwicklung steckte und interessante Aufgaben in meinem Unternehmen hatte, musste das Studium berufsbegleitend sein. Das MBA in Leipzig bietet eine solche Möglichkeit."

    Der MBA hat sich für mich gelohnt / nicht gelohnt, weil...

    "Der MBA hat sich auf jeden Fall gelohnt, da ich neben meinem „höheren“ Abschluss, einige neue theoretische und praktische Inhalte gelernt habe."

    Für wen ist dieses Studium zu empfehlen und wem würden Sie abraten?

    "Empfehlung für

    • Absolventen BA / FH / Uni (Abschluss mind. im 2er Bereich)
    • Berufstätige (3-5 Jahre Berufserfahrung) im Versicherungsunternehmen
    • Leute mit Führungsambitionen
    • Zeit für das Studium muss vorhanden sein

    Abraten würde ich, wenn man den MBA direkt im Anschluss an das reguläre Studium machen möchte."

  • Axel, MBA Insurance an der Uni Leipzig

    Darum habe ich mich für ein MBA Studium entschieden:

    "Ich habe ein Stipendium meines Arbeitgebers erhalten."

    Der MBA hat sich für mich gelohnt / nicht gelohnt, weil...

    "Gelohnt, weil ich vorher kein versicherungsspezifisches Studium hatte und nun ein breiteres und tieferes Verständnis der Versicherungswirtschaft habe."

    Für wen ist dieses Studium zu empfehlen und wem würden Sie abraten?

    "Zu empfehlen für alle Wissensdurstigen. Nicht zu empfehlen als reines Kariere-Sprungbrett – dafür ist es nebenberuflich zu aufwendig mit zu geringen Erfolgsaussichten."

Viele weitere Erfahrungsberichte lesen

Entwicklung nach dem Studienabschluss

Wer in der Versicherungsbranche Karriere machen möchte, der sollte nicht nur eine entsprechende Ausbildung, sondern vor allem auch eine hohe Kommunikationsbereitschaft, Verkaufstalent und eine organisatorische Begabung mitbringen – diese spielen im beruflichen Alltag eine große Rolle. Ein Versicherungsmanager trägt Verantwortung für eine Unternehmensabteilung und deren finanziellen Erfolg; er leitet sein Verkaufsteam an, welches meist aus Brokern, Underwritern, Risk Managern und Vertrieblern besteht und sorgt dafür, dass die Umsatzvorgaben eingehalten werden. Er überprüft die Performance der einzelnen Teammitglieder, trainiert Verkaufsstrategien und hilft ihnen, sich zu verbessern und Potenziale zu erschließen. Seine Aufgabe beinhaltet dementsprechend vor allem personelle, betriebswirtschaftliche und administrative Bereiche. Je nach Position ist der Versicherungsmanager auch an der strategischen Entwicklung und Implementierung von neuen Produkten und Dienstleistungen (wie zum Beispiel Versicherungspolicen) beteiligt.

Gehalt & Co – Lohnt sich das Studium?

Angestellte in der Versicherungsbranche (mit akademischem Abschluss) zählen meist zu den Besserverdienern. Die Gehälter in der Branche sind überdurchschnittlich hoch. Hat der MBA dann nochmal zusätzliche Auswirkungen auf das Gehalt? Lohnt er sich unter diesem Aspekt?

Eine allgemeingültige Antwort darauf kann man nicht geben. In Deutschland, das berichten einige Absolventen in den Erfahrungsberichten, ist der Abschluss nicht so hoch gewichtet wie in Amerika oder anderen Ländern. Es kommt hierbei aber auch stark auf das jeweilige Unternehmen an. Und natürlich auch auf den variablen Gehaltsanteil, der ja gerade in der Versicherungsbranche meist recht hoch ist und den man evtl. durch mehr Know-how in Bereichen wie Vertrieb und (Büro-)Organisation maximieren kann.

Die Mehrzahl der von uns befragten Absolventen sagt, dass ein MBA sich lohnt – nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Ein Auszug:

Sebastian, MBA Manufacturing Management/ Industriemanagement an der Leuphana Uni

"Der MBA hat sich für mich gelohnt. Ich habe ein Dipl. Ing. (FH) Studium absolviert. Leider wird dieses, genau wie die Bachelor-Abschlüsse, oft von der Industrie unterschätzt und ich bin oft an die gläserne Decke gestoßen. Mit dem MBA bin ich nur noch Ingenieur und habe als höchsten akademischen Grad den Master.

Des Weiteren habe ich nach wie vor einen festen Kreis an Menschen (Kommilitonen und Profs) kennengelernt, mit denen heute noch ein intensiver Kontakt besteht. Ein Kommilitone ist Werkleiter geworden und hat einen anderen als Fertigungsleiter nachgezogen. Meine letzten beiden Positionen hätte ich vermutlich nicht ohne diesen Zusatz erreicht."

Christina, MBA Marketing an der Steinbeis-Hochschule Berlin

"Meine persönlichen Beweggründe wurden durch den MBA auf jeden Fall befriedigt. Und ich habe das Gefühl, dass mir seither neue Türen offenstehen. Ich bekomme beispielsweise auch deutlich mehr Anfragen von Headhuntern."

Stefan, MBA Transatlantic Management an der HWR Berlin

"Persönlich: Ich habe in einem sehr internationalem Team studiert (3 Deutsche von insgesamt 25 Studenten) und hatte auf diversen Studienfahrten die Chance, andere Universitäten, Städte, Studenten kennenzulernen. Für die persönliche Entwicklung und auch das Netzwerk sehe ich diesen MBA als absolute Bereicherung und lohnenswert.

Beruflich: Um es kurz zu sagen – für meinen jetzigen Job wurde ich nicht aufgrund des MBA eingestellt, sondern aufgrund meiner beruflichen Erfahrung. Monetär wurde das MBA-Studium nur minimal „eingepreist“, was nicht bedeutet, dass ich unzufrieden bin. Meine Erfahrung bei der Jobsuche generell ist, dass viele deutsche bzw. in Deutschland ansässige Firmen mit einem MBA nicht sehr viel anfangen können. Andererseits ist bei Firmen im englischsprachigen Raum der MBA höher angesiedelt, wenn er bei der richtigen Universität erworben wurde."

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